Kapitalismus Archives - Literatur - Blogbasis.net https://literatur.blogbasis.net/tag/kapitalismus Die Basis des freien Wissens – Literatur Mon, 07 Dec 2015 08:34:25 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.1 Warum Nationen scheitern – Die Ursprünge von Macht, Wohlstand und Armut https://literatur.blogbasis.net/warum-nationen-scheitern-urspruenge-von-macht-wohlstand-und-armut-26-08-2013 https://literatur.blogbasis.net/warum-nationen-scheitern-urspruenge-von-macht-wohlstand-und-armut-26-08-2013#respond Mon, 26 Aug 2013 22:15:26 +0000 http://literatur.blogbasis.net/?p=109 u1_978-3-10-000546-5

Warum Nationen scheitern – Die Ursprünge von Macht, Wohlstand und Armut von Daron Acemoglu und James A. Robinson

Die Formel für das kapitalistische Weltwirtschaftssystem:

Daron Acemoglu und James A. Robinson erklären in ihrem Bestseller „Warum Nationen scheitern“, welche Faktoren für Reichtum, Wohlstand und Macht von Relevanz sind.

Wohlstand, Macht und Reichtum unterliegen immer einer speziellen Mischung aus politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten, wodurch immer Armut ein Resultat aus falschen politischen und wirtschaftlichen Institutionen erscheint.

Die Frage nach den Verhältnissen von allen Staaten unter denen sie auf dieser globalisierten Welt existieren, wird in der Okönomie regelmäßig thematisiert. Max Weber erklärt die protestantische Arbeitsethik für entscheidend, wohingegen der Entwicklungsbiologe Jared Diamond eher Ursachen in der Geographie sieht. Nach Montesquieu seien sogar kulturelle Unterschiede verantwortlich.

Acemoglu und Robinson widersprechen aber allen vorher aufgeführten Ansätzen. Primär sind politische Institutionen, die dauerthaftes Wirtschaftswachstum, Wohlstand für alle und damit ein gesichertes fortbestehen des Staates, dafür verantwortlich machen. Sekundär sind klimatische, kulturelle, soziale etc. Faktoren für die oben genannten positive Folgen rückläufig.

Diese Theorie erklärt damit auch das kulturell und klimatisch eng verwandte Nord- und Südkorea in ihren politischen, ökonomischen und sozialen Unterschieden.

Jeder Staat kann Macht und Wohlstand erlangen!

Eigentums- und Vertragsrechte müssen durch einen möglichst stark legitimierten Staat gesetzlich festgelegt sein und die Justiz eines Staates muss funktionieren. Sonst können Bürger ihre potentiellen Talente und Ideen nicht nutzbar machen und ihr Vertrauen verschwindet gegenüber den politischen Institutionen. Außerdem sichern sich kleine Machteliten, zumeist nur vorübergehend, einen Wohlstand, der leicht verfliegt, weil er nicht auf viele Schultern verteilt ist und durch viele Interessen kontrolliert wird.

Aus der Sicht von Acemoglu und Robinson ist eine prosperierende Gesellschaft notwendig, um Menschen Anreize zu geben, sich für den Wohlstand, das Wachstum und der Macht einer Nation einzusetzen. Das geschieht aber nur bei Beteiligung am erwirtschafteten Wohlstand.
Deshalb werden die Staatsformen in zwei völlig unterschiedliche eingeteilt: ausbeuterische und hemmende extraktive Institutionen bzw. inklusive Institutionen, die eine Verteilung von Kapital und Ressourcen, als auch eine Beteiligung am wirtschaftlichen Wohlstand vorsehen.

Diese These wird durch einen zeitgeschichtlichen Hintergrund gefestigt, indem sie Spätfolgen des Kolonialismus, Absolutismus und Feudalismus anprangern, deren Institutionen hauptsächlich extraktiv waren.

Auch ist jede Demokratiebewegung nach Acemoglu von essenzieller Bedeutung: „Länder wie Großbritannien und die Vereinigten Staaten sind reich geworden, weil ihre Bürger die Machteliten stürzten und eine Gesellschaft schufen, in der die politischen Rechte viel breiter verteilt sind, in der die Regierung den Bürgern Rechenschaft schuldet und auf ihre Wünsche reagiert und in der die große Mehrheit des Volkes ihre wirtschaftlichen Chancen nutzen kann.“

Fazit:

Daron Acemoglu und James A. Robinson zeigen mit „Warum Nationen scheitern – Die Ursprünge von Macht, Wohlstand und Armut“ auf, dass grundsätzlich jedes Land auf dieser Erde mit den richtigen bzw. inklusiven Institutionen den Sprung zu Macht und Wohlstand erreichen kann.
Dabei vernachlässigen die Autoren meines Erachtens, aber z.B. die sozialen, kulturellen, klimatischen und geographischen Faktoren, welche auch von enormer Bedeutung sind.
Man stelle sich einmal vor, dass angenommen Niger durch ihre schlechtere geographische und klimatische Lage einfach nicht das gleiche Potential, wie z.B. Portugal im primären Sektor ausschöpfen kann. Daran können auch politische Institutionen nichts ändern.
Man muss anmerken, dass auch die sekundären Faktoren, die Acemoglu und Robinson vernachlässigen, von Relevanz sind. Nicht jedes Land besitzt diese geringfügig wie viele andere Industrienationen.

Insgesamt kann man dieses Buch dennoch empfehlen, um seinen Horizont zu erweitern.
Natürlich vertreten Acemoglu und Robinson das kapitalistische Weltwirtschaftssystem, welches in keiner Weise hinterfragt wird, obwohl die großen Unterschiede zwischen Industrie- und Entwicklungsländer aufgezeigt werden. Doch um vielleicht neue Theorien der neoliberalen Wirtschaftswissenschaftler verstehen zu können oder auch gleichzeitig damit Kritik zu äußern, ist sicherlich lesenswert!

Anmerkung:

Das Beispiel, welches Kritik an der Vernachlässigung der sekundären Faktoren darstellt, lässt sich auf beliebig viele andere Beispiele anwenden. Die Autoren stützen sich bei ihrer Fixierung auf die politischen Institutionen auch nur an dem Beispiel von Nord- und Südkorea, dass ihre Theorie belegen soll, welche auch noch heute gilt. Andere Nationen werden dagegen nicht weiter aufgeführt, da auch anscheinend nur geringfügig welche dazu vorliegen.

Buchinformationen:

Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: S. Fischer; Auflage 3 (19. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3100005465
ISBN-13: 978-3100005465
Originaltitel: Why Nations Fail (aus dem Englischen übersetzt)
Größe: 22×15,2×4,8cm
Amazon: http://amzn.to/13UhRxn

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Vatikan AG: Ein Geheimarchiv enthüllt die Wahrheit über die Finanz- und Politskandale der Kirche https://literatur.blogbasis.net/vatikan-ag-ein-geheimarchiv-enthuellt-die-wahrheit-ueber-die-finanz-und-politskandale-der-kirche-13-08-2013 https://literatur.blogbasis.net/vatikan-ag-ein-geheimarchiv-enthuellt-die-wahrheit-ueber-die-finanz-und-politskandale-der-kirche-13-08-2013#respond Tue, 13 Aug 2013 21:08:32 +0000 http://literatur.blogbasis.net/?p=98 416NzdJyhaL

Die Vatikan AG ist ein Sachbuch von Gianluigi Nuzzi (* 1969; ital. Investivigativjournalist) dessen Entstehungsgeschichte wirklich besonders bzw. fast einzigartig ist. Renato Dardozzi (*5. April 1922 in Parma, Italien; † 2003) war Kanzler der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Zu dieser Aufgabe war er darüberhinaus damit beschäftigt die Aktivitäten um die Banco Ambrosiano 20 Jahre lang zu beobachten, womit er auch Mitglied des vatikanischen Hochfinanzzentrum wurde. Dadurch bekam dieser natürlich tausende von internen Dokumenten der Vatikanbank, welche heimlich in die Schweiz gebracht und auf Grundlage seines Testaments nach seinem Tod veröffentlicht wurden.
Der Testamentnotar nahm daraufhin Kontakt zum italienischen Journalisten Gianluigi Nuzzi auf, der alle Dokumente in denen sich die Verstrickung der Vatikanbank Istituto per le Opere di Religione (IOR) auswertet und die IOR somit in weitere Skandale wie etwa Tangentopoli (deutsch: Schmiergeldzahlungen) verwickelt.

Während der Auswertungen der zahlreichen Dokumente, worunter Kontoauszüge, Buchungsbelege, vertrauliche Mitteilungen usw. dazu gehören, stellt der Autor klar, dass sich sein Buch nicht gegen die Religion richtet, sondern eher gegen die Personen bzw. nach christlichen Glauben eigentlichen „Sünder“ in der Vatikanbank. Angesichts der Aktivitäten von Paul IV., der Todesumstände von Johannes Paul I. und der folgenlosen Weiterführung dieser Aktivitäten seines Nachfolgers über das System des IOR, lässt sich der christliche Glaube nicht mit der Institution Kirche vereinbaren.

Jedenfalls belegen diese Dokumente, dass mit dem Zusammenbruch der Ambrosio Bank und den Ermordungen von Roberto Calvi und Michele Sindona (kriminellen Hinterleute) noch heute ein undurchsichtiges System mit Nummernkonten entstand bzw. auch noch heute entsteht und mehrere Milliarden an Geldern umher wandern (darunter auch an kriminelle Machenschaften).

Als wirklich gelungen ist anzumerken, dass der Autor mit den Hintergründen der anfänglich sukzessiv steigenden Kapitalerträge im Jahr 1968 anfängt, wodurch der Beginn mit der Zusammenarbeit der italienischen Mafia und geheimhaltenden Finanztransaktionsinstituten dargestellt wird. Folglich wurden umgerechnet eine Milliarde Euro am Staat unterworfen, merkwürdige Stiftungen gegründet, die es physisch gar nicht gibt, um unzählige Nummernkonten einzurichten, damit hohe Geldsummen eingezahlt wurden und diese wiederrum z.B. in die Schweiz gingen.
Des Weiteren deckt Nuzzi auf, dass der damalige Chef des IOR eine doppelte Buchführung anlegte, damit auch Gelder von Konten der Kirche zweckentfremdet nutzbar gemacht werden konnten. Somit wurde damit auch erst möglich gemacht, dass das IOR zu einem riesigen Zentrum für Geldwäscheanlagen für Schmiergelder im italienischen Staat wurde.

Doch ich möchte gar nicht so viel vom Inhalt des Buches erzählen. Dies ist nur ein „kleiner Vorgeschmack“ …

Jedenfalls finde ich es persönlich einfach nur beschämend für die katholische Kirche, wie sie es immer versucht hat und auch heute noch versucht, alle ihre kriminellen Machenschaften geheim zu halten und gleichzeitig Moralpredigten zu halten, denen man leider nicht mehr glauben kann.

Fazit:
Wenn man das Buch gelesen hat, fühlt man sich entweder für seine Ansichten über die Kirche bestätigt oder man ist erst einmal schockiert. Ob man dennoch Mitglied der Kirche sein möchte und sein Leben nach christlichen Glauben weiterführen möchte, bleibt jedem selbst über lassen. Aber man sollte sich auf jeden Fall Gedanken über das System hinter der katholischen Kirche machen.
Insgesamt ist die Vatikan AG ein echter Buchtipp, wenn man sich für die Hintergründe des Finanzsystems des Vatikan interessiert, da es Gianlugi Nuzzi durch seinen anschaulichen Schreibstil schafft, trotz Auflistung von Fakten und Auszügen aus Dokumenten, die Spannung und Interesse beim Leser hochzuhalten.

Anmerkung:
Die Vatikanbank IOR agierte nicht als Aktiengesellschaft, sondern wie eine Offshore-Bank. Der Unterschied dazu ist, dass die IOR somit erst eine Geldwäschanlage werden konnte.

ISBN: 3902404892
Amazon: http://amzn.to/1a2DPjz

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